Dan­ke, für knapp 50 Jahre!

Zusam­men haben sie 48 Jah­re an der HHN gelehrt: Pro­fes­sor Hans Die­ter Wag­ner (links) und Pro­fes­sor Jörg Wild (rechts). Nun gehen bei­de in den wohl­ver­dien­ten Ruhe­stand – Im Inter­view spre­chen sie über die Ver­än­de­run­gen an der Hoch­schu­le, ihr gemein­sa­mes Hob­by und über ihre ganz per­sön­li­chen Highlights.

Aus­zü­ge aus dem Interview

Was genau hat sich denn verändert?

Wag­ner: Ganz gra­vie­rend: Der Umstieg auf das Bache­lor- und Mas­ter-Sys­tem, wie es heu­te exis­tiert. Das habe ich mit­be­glei­tet. Frü­her hat­te die HHN soge­nann­te Diplom­stu­di­en­gän­ge. Also muss­ten mit dem Umstieg auch die gan­zen SPO’s ver­än­dert wer­den. Die Digi­ta­li­sie­rung ver­än­der­te dann auch die Vor­le­sun­gen. Frü­her gab es Tafel­auf­schrie­be oder den Over­head-Pro­jek­tor mit Foli­en… und der war schon echt ein kom­for­ta­bler Fort­schritt. Vor allem war natür­lich auch alles klei­ner und noch viel inti­mer als heu­te. Die Stu­die­ren­den sind damals auch etwas lau­ter gewe­sen, haben mehr gestört. Sie dis­ku­tier­ten aber auch gut mit – heu­te kon­su­mie­ren sie eher nur, was wir ihnen lehren.

Wild: Stimmt. Mit Farb­krei­de und Wischer gings damals noch in die Vor­le­sun­gen. Die Stu­die­ren­den waren frü­her echt irgend­wie wacher, heu­te herrscht eher eine leich­te Anony­mi­tät. Was mir noch ein­fällt: Die Men­sa hat­te frü­her viel kür­ze­re Öff­nungs­zei­ten. Um 14 Uhr war da Schluss. Sie und die Cafe­te­ria waren ein­fach DER Treff­punkt für den täg­li­chen Aus­tausch – auch mit Kolleg*innen ande­rer Stu­di­en­gän­ge. Aber eine Sache hat sich bei mei­nen Vor­le­sun­gen nie ver­än­dert: Bis heu­te, heu­te nut­zen wir ja Power­point, hat es von mir noch nie Mus­ter­lö­sun­gen oder voll­stän­di­ge Auf­schrie­be gege­ben. Mir ist es wich­tig, dass die Leu­te selbst schrei­ben, denn vom Arm geht’s ein­fach direkt ins Hirn – das war mir immer ganz wich­tig. Ande­re Sto­ry: Tele­fo­na­te. Im Büro konn­ten wir frü­her nur nach Heil­bronn tele­fo­nie­ren. Aber aus­wärts, also schon nach Neckar­sulm bei­spiels­wei­se, lief der Vor­gang über die Tele­fon­ver­mitt­lung der Hochschulverwaltung.

Sie spra­chen zu Beginn von einer ver­stärk­ten Anony­mi­tät unter den Stu­die­ren­den. Baut man den­noch zu man­chen eine stär­ke­re Bin­dung auf?

Wild: Natür­lich, das auf jeden Fall. Irgend­wann fällt ein Stu­dent oder eine Stu­den­tin ein­fach mehr auf. Ich woll­te auch immer die Guten för­dern, nicht nur die Schwächeren.Also ging es bei­spiels­wei­se gemein­sam ins Labor, um bestimm­te Din­ge zu erfor­schen. Das mach­te den Stu­die­ren­den und mir auch echt immer viel Spaß, das war immer super spannend.

Wag­ner: Ja, da stim­me ich zu. Ich bin bis heu­te mit eini­gen Stu­die­ren­den freund­schaft­lich ver­bun­den. Neben der klas­si­schen Vor­le­sung betreu­te ich eini­ge zum Bei­spiel auch bei Ihren Abschluss­ar­bei­ten oder besuch­te sie im Betrieb, wäh­rend ihres Pra­xis­se­mes­ters. Es gibt die­se Stu­die­ren­den, zu denen man einen enge­ren Draht auf­baut, ja.

Was waren Ihre per­sön­li­chen High­lights und Mei­len­stei­ne in all den Jahren?

Wild: High­lights waren regel­mä­ßig die Diplo­mie­rungs­fei­ern, jetzt Gra­du­ie­rungs­fei­ern, weil wir das Ergeb­nis unse­rer täg­li­chen Arbeit mit erfolg­rei­chen und stol­zen Absolvent*innen sahen. Posi­ti­ve Mei­len­stei­ne waren natür­lich auch der Umbau der Fein­werk­tech­nik zur moder­nen Mecha­tro­nik und Mikro­sys­tem­tech­nik, jetzt Mecha­tro­nik und Robo­tik. Wis­sen­schaft­lich waren die zwei koope­ra­ti­ven Pro­mo­tio­nen mit der TU Mün­chen im Bereich der Hap­tik von Bedien­ele­men­ten im Fahr­zeug ech­te High­lights für mich.

Wag­ner: Sicher gehö­ren die Gra­du­ie­rungs­fei­ern dazu. Ich war durch mei­ne Tätig­keit als Stu­di­en­gan­glei­ter und spä­ter Dekan direkt betei­ligt und habe vie­le Jah­re auf der Büh­ne gestan­den, um Zeug­nis­se zu über­rei­chen. Aber auch außer­halb die­ser Dienst­pflicht habe ich an den Fei­ern teil­ge­nom­men. Für mich gehört es ein­fach dazu, die Stu­die­ren­den, die man vie­le Jah­re beglei­tet hat und in den Abschluss­ar­bei­ten betreut hat, gebüh­rend zu ver­ab­schie­den. Dar­über hin­aus: die dama­li­gen Preis­ver­lei­hun­gen des Daut­el-Kon­struk­ti­ons­prei­ses, spä­ter des Schunk­prei­ses. Da mir die Lern­fa­brik sehr am Her­zen liegt, gehört die Abschluss­ver­an­stal­tung natür­lich auch zu mei­nen High­lights sowie Fir­men­be­su­che mei­ner Praxis-Student*innen.

Sie bei­de ver­mit­teln über Jahr­zehn­te wert­vol­les Wis­sen. Wis­sen Sie eigent­lich, wie vie­le Stu­die­ren­de sie unter­rich­tet haben?

Wild: Erst kürz­lich habe ich ein­mal ver­sucht, das zu ermit­teln. So ca. 2000 müss­ten es schon gewe­sen sein.

Pro­fes­sor Wag­ner, Sie schüt­teln mit dem Kopf…

Wag­ner: Ja, ich muss geste­hen, dass ich das nicht ganz genau weiß… ich rech­ne nach… ich kom­me auf ca. 1.500 Studierende.


Auch wir sagen DANKE! 

Dan­ke für Ihren Ein­satz und Ihre Bemü­hun­gen. Wir wün­schen Ihnen bei­den für die Zukunft alles Gute!


Zusam­men zäh­len sie knapp 50 Berufs­jah­re an der HHN: Pro­fes­sor Hans Die­ter Wag­ner (links) und Pro­fes­sor Jörg Wild (rechts).

Bild­quel­le: Hoch­schu­le Heilbronn

Quel­le: https://www.hs-heilbronn.de/de/danke