Radic­chio – ein ech­ter Italiener

Obwohl er bei uns erst seit weni­gen Jahr­zehn­ten bekannt ist, über­zeugt der Radic­chio die Süd­eu­ro­pä­er bereits seit der Anti­ke. Für uns ist das Blatt­ge­mü­se nur eine wei­te­re Salat­s­or­te. Jedoch kann das Kraut weit­aus mehr als nur ein Salat sein, denn ursprüng­lich war Radic­chio in der Anti­ke eine Heil­pflan­ze und auch unter dem Namen „Bläu­li­che Weg­war­te“ bekannt, da er vie­le gesun­de Vital- und Mine­ral- sowie Bit­ter­stof­fe ent­hält. Wäh­rend wir ihn ledig­lich im rohen Zustand (z. B. Salat, Tel­ler­de­ko) zube­rei­ten, ver­wen­den Ita­lie­ner ihn in gedüns­te­ter oder gegrill­ter Form oder kom­bi­nie­ren Radic­chio z. B. mit Risotto.

Die Her­kunft, Eigen­schaf­ten und Geschich­te von Radicchio

Der Radic­chio kommt aus Süd­eu­ro­pa und wird heu­te haupt­säch­lich in Nord­ita­li­en ange­baut. Wir ken­nen das Kraut ganz klas­sisch als Salat. Das war jedoch nicht immer so. Die Ursprungs­form des Radic­chio aß man schon in der Anti­ke. Damals aller­dings als Heil­pflan­ze. Obwohl das Kraut schon in der Anti­ke bekannt war, wird es bei uns erst seit weni­gen Jahr­zehn­ten verzehrt.

Der Radic­chio gehört zur Gat­tung der Weg­war­ten (Cich­o­ri­um) und ist ver­wandt mit dem Chi­co­rée und der Endi­vie. Man unter­schei­det zwi­schen dem Som­mer- und Win­ter­ra­dic­chio. Die Sor­te die im Win­ter ange­baut wird, kann dem Kopf­sa­lat ähneln, da sei­ne Blät­ter sowohl rot als auch grün sein kön­nen und er rund oder zap­fen­för­mig aus­se­hen kann. Bei uns in Deutsch­land aller­dings wird der Som­mer­ra­dic­chio ange­baut und ver­zehrt. Die­ser hat dun­kel­ro­te Blät­ter, einen zap­fen­för­mi­gen Kopf und wei­ße Stiele.

Wie auch der Chi­co­rée schmeckt Radic­chio etwas bit­ter, aber auch aro­ma­tisch und kräf­tig. Bei uns hat der Som­mer­ra­dic­chio sei­ne Haupt­sai­son von Juni bis Okto­ber. Erhält­lich ist er jedoch das gan­ze Jahr über, denn in den ande­ren Mona­ten wird er importiert.

Die Inhalts­stof­fe von Radicchio

Radic­chio ent­hält beson­ders vie­le Vit­ami­ne und Mine­ral­stof­fe. Zudem ent­hält er auch sekun­dä­re Pflan­zen­stof­fe und beson­ders gesun­den Bit­ter­stof­fe (Inty­bin). Wie auch ande­re Salat­s­or­ten ist er sehr kalo­rien­arm und reich an Was­ser. So kom­men auf 100 g gera­de ein­mal 16 kcal und 94,68 g Wasser.

In 100 g Radic­chio ste­cken unter anderem:

  • 28 mg Vit­amin C
  • 40 mg Calcium
  • 240 mg Kalium
  • 11 mg Magnesium
  • 10 mg Natrium

In gerin­ge­ren Men­gen fin­det man in dem Blatt­ge­mü­se auch B‑Vitamine und Eisen.

Die Wir­kung von Radic­chio auf unse­ren Körper

Dadurch, dass Radic­chio reich an Vital- und Mine­ral­stof­fen ist, ist er ein rich­ti­ger Immun­boos­ter. Die ent­hal­te­nen sekun­dä­ren Pflan­zen wir­ken sich zudem posi­tiv auf unse­ren Stoff­wech­sel aus.

Gera­de der ent­hal­te­ne Bit­ter­stoff Inty­bin beein­flusst unse­ren Köper auf meh­re­re Arten. Zum einem wirkt die­ser ver­dau­ungs­för­dernd und regt die Pro­duk­ti­on der Magen­säu­re an. Auch der Gal­len­fluss wird ver­bes­sert, was vor allem wich­tig für die Fett­ver­dau­ung ist. Wei­te­re posi­ti­ve Wir­kun­gen der Bitterstoffe:

  • regen Bit­ter­stof­fe den Appe­tit an
  • för­dern den Speichelfluss
  • füh­ren zu einer erhöh­ten Insulinproduktion
  • stär­ken die Abwehrkräfte
  • wir­ken Fiebersenkend
  • haben eine anti­de­pres­si­ve Wirkung
  • kön­nen bei Erschöp­fung, Müdig­keit und Stress helfen

Radic­chio in der Küche

Am bekann­tes­ten ist wohl die Ver­wen­dung von rohem Radic­chio in Salat­ge­rich­ten. Er wird in der Regel nicht allei­ne zu einem Salat ver­ar­bei­tet, da er zu bit­ter schmeckt. In Kom­bi­na­ti­on jedoch mit ande­ren Salat- und Gemü­se­sor­ten sowie mit süßem Obst kann man mit ihm einen lecke­ren Salat zube­rei­ten. Gera­de in Kom­bi­na­ti­on mit süßem Obst, wie etwa im Oran­gen-Radic­chio-Salat, ist er rich­tig schmack­haft, da dadurch die Bit­ter­no­te aus­ba­lan­ciert wird. In Ita­li­en hin­ge­gen wird Radic­chio auch leicht ange­düns­tet oder gegrillt und kommt häu­fig in Risot­to vor.

Kauf und Lage­rung von Radicchio

Radic­chio ist sehr lan­ge halt­bar. Im Kühl­schrank hält sich das Blatt­ge­mü­se zwi­schen einer und vier Wochen. Wie auch bei ande­ren Sala­ten gilt beim Kauf von Radic­chio ledig­lich dar­auf zu ach­ten, dass die Blät­ter kna­ckig und frisch aussehen.

 

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